Marktrückblick Kalenderwoche 14 – 2021

Eine zusammenfassende wöchentliche Rückschau auf die Geschehnisse an den Kryptomärkten mit Fokus auf Trendsektoren, Liquidität, Volatilität, Spreads und mehr in Zusammenarbeit mit Marktdatenanbieter Kaiko.

Q1 Handelsvolumen bricht neuen Rekord

Q1 2021 ist zu Ende und war eines der erfolgreichsten Quartale in der Geschichte von Krypto. Eine Vielzahl von Meilensteinen wurde in verschiedenen Bereichen der Branche erreicht: Tesla kaufte eine historische Menge an Bitcoin für seine Bilanz, eine Rekordzahl von Firmen reichte Krypto-ETF-Anträge ein, Visa ermöglichte Stablecoin-Abwicklung über Ethereum, Coinbase reichte ihr S-1 in Vorbereitung auf den Börsengang ein, BNY Melon kündigte Krypto-Dienstleistungen für seine Kunden an und ein nicht-fungibler Token (NFT) wurde für 69 Millionen Dollar verkauft.

Das gesamte Handelsvolumen im ersten Quartal war das höchste aller Zeit, obwohl das Handelsvolumen im März leicht unter dem vom Februar lag. Insgesamt sind die Volumina für die Top-BTC-USD-Spotmärkte um einiges grösser als noch vor einem Jahr, was zu einem gewichtigen Teil von institutionellen Anlegern angetrieben wird.

Marktrückblick Krypto

Quelle: Kaiko

Im März verlangsamte sich das Tempo der Dollar-Zuflüsse, obwohl das Verhältnis von US-Dollar zu Tether-Volumen auf dem höchsten Stand seit Jahren ist. Das Verhältnis von BTC-USD- zu BTC-USDT-Handelsvolumen kann als Indikator für institutionelle Zuflüsse in Kryptowährungen betrachtet werden, wenn man davon ausgeht, dass institutionelle Anleger bevorzugt regulierte Fiat-Börsen wie Coinbase nutzen. Sie nutzen generell eher nicht Börsen, die nur Stablecoin-Paare wie Binance anbieten. Von Oktober bis Dezember 2020 stiegen die USD-Spotvolumina stark an, als Bitcoin einen rekordverdächtigen Bullenlauf erlebte. Im Jahr 2021 hat sich dieser Trend jedoch leicht umgekehrt.

Marktrückblick Krypto

Die Mehrheit der Bitcoin-Trades wird immer noch gegen Tether ausgeführt. Die Firma ist vor kurzem einen Kompromiss mit der New Yorker Generalstaatsanwalt eingegangen, der den Weg für das weitere Wachstum des Stablecoins frei macht.

Altcoin-Season: “Ethereum-Killer” und NFT-Marktplätze

Altcoins verzeichneten im ersten Quartal rekordverdächtige Preisanstiege – insbesondere jene, die mit NFT-Marktplätzen (die den Austausch von nicht-fungiblen Token ermöglichen) und alternativen Blockchains (die aufgrund ihrer Skalierungslösungen oft als “Ethereum-Killer” bezeichnet werden) verbunden sind. Was haben NFT-Marktplätze und “Ethereum-Killer” gemeinsam? Die meisten Plattformen, die den Austausch von NFTs ermöglichen, arbeiten auf der Ethereum-Blockchain und haben mit hohen Transaktionsgebühren zu kämpfen, die das Netzwerk seit Jahren plagen.

Es ist daher keine Überraschung, dass die Token konkurrierender Blockchains in den letzten Monaten enorme Preisanstiege verzeichnen konnten. Der SOL Token der Solana Blockchain ist um über 1’177% YTD angestiegen, während der ADA Token der Cardano Blockchain 560% dazugewonnen hat. ADA war zu einem Zeitpunkt das drittgrösste Krypto-Asset nach Marktkapitalisierung. Ethereums Anstieg von 152% verblassen im Vergleich dazu.

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Trotz rekordhoher Gebühren bleibt Ethereums On-Chain-Aktivität immer noch um einiges grösser als die jedes konkurrierenden Netzwerks. Die meisten Projekte nutzen also weiterhin die Ethereum-Blockchain.

Während NFTs selbst zu immer exzessiveren Preisen verkauft wurden, haben Token von NFT-Projekten gut von der Manie profitiert. Der Token des Marktplatzes Rarible – eine Plattform, die die Erstellung und den Verkauf von digitalen Sammlerstücken ermöglicht – ist seit dem 1. Januar um 2’455 % angestiegen. Der Token von Decentraland – eine virtuelle Welt, in der Spieler NFTs kaufen können – ist um 1’249% angestiegen. Diese Token haben nicht nur Funktionen wie Governance, Utility und Belohnungen, sondern dienen auch als Massstab für die Stimmung rund um die NFT-Industrie.

Uniswap’s Gebührenproblem

Das exponentielle Wachstum der dezentralen Finanzwelt (DeFi) hat auch die Makel von Ethereum aufgezeigt. Im Moment kann eine Smart-Contract-Transaktion auf der dezentralen Börse (DEX) Uniswap je nach den aktuellen Transaktionsgebühren des Ethereum-Netzwerks unverhältnismässig teuer sein. Hohe Transaktionsgebühren machen Uniswap unzugänglich für den Privathandel und nicht wettbewerbsfähig mit zentralisierten Börsen, die eine interessante Verschiebung in der Zusammensetzung der Nutzer verursacht haben.

In den letzten Monaten ist das gesamte Handelsvolumen auf Uniswap angestiegen, aber die Anzahl der ausgeführten Trades ist gesunken. Die Anzahl der Trades ist ein weitaus realistischeres Mass für die DEX-Nutzung als das Volumen, das durch einige wenige Whale-Trader verzerrt werden kann. Die Top fünf Handelspaare auf Uniswap sehen unter 10k Trades pro Tag. Im Vergleich zu den Top-Paaren auf Coinbase, die 100k-300k Transaktionen pro Tag sehen, ist das nicht besonders viel.

Normalerweise korrespondiert ein Anstieg des Volumens eng mit einem Anstieg der Anzahl der Trades, aber bei Uniswap sehen wir eine Divergenz in diesem Trend. Tatsächlich ist einfach die durchschnittliche Handelsgrösse angestiegen: Sie liegt jetzt zwischen $10-$30k pro Handel, was im Vergleich zu zentralisierten Börsen enorm ist.

Für grosse Trades ist es oft kosteneffizienter, einen DEX zu nutzen, da sie insgesamt niedrigere Gebühren als zentralisierte Börsen haben. Es könnte jedoch noch etwas anderes im Spiel sein: Es ist relativ einfach, auf einem DEX ein gefälschtes Volumen zu generieren. Schliesslich kann jeder ein Handelspaar erstellen und niemand hat die Möglichkeit, den Orderfluss zu kontrollieren.

Krypto-Märkte koppeln sich von TradFi ab

Während die traditionellen Finanzmärkte nach einem rekordverdächtigen Anstieg der Aktienkurse an Schwung verlieren, steigen die Kryptomärkte weiter an. Der S&P 500 und der Nasdaq-Index sind in diesem Jahr nur im einstelligen Bereich angestiegen und Gold ist um mehr als 13% gefallen, was eine scharfe Trendwende für das beliebte Wertaufbewahrungsmittel darstellt.

In der Zwischenzeit schloss Bitcoin das erste Quartal mit einem Plus von 103% (YTD) ab und Ethereum ist um 150% angestiegen, was zeigt, dass die Kryptomärkte immer noch die Anlageklasse mit der besten Performance sind.

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Redaktion cvj.ch

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